Pesönliches

… über mich und meinen Weg mit der Musik

Ich wurde 1964 in Freiburg geboren, bin verheiratet und habe zwei Kinder. Die Erfahrung, selbst relativ spät mit dem Cellospielen begonnen zu haben, hat mir ein bewußtes und aufmerksames Lernen am Instrument ermöglicht. Das hat manche Grundlagen für das eigene Unterrichten gelegt.
Was mich am eigenen Spielen und beim Unterrichten fasziniert, ist die Erfahrung, in jeder Lebensphase auf dem Weg zu sein und nach dem ‚Stimmigen‘ zu suchen.
Dabei spielte für mich auch die Beschäftigung mit anderen Musikkulturen eine Rolle, vornehmlich mit der indischen, koreanischen und jiddischen Tradition, die mir neue Welten in der Tongestaltung eröffnet haben. In der indischen Musik erlebe ich ein ‚Nachhause kommen‘ in der grundtongebundenen, modalen Gestaltung.

In meiner Vorstellung sind die Töne – und das, was zwischen den Tönen ist – immer schon da. Meine Aufgabe als Musikerin ist es, sie und es hörbar zu machen. Auch ein einzelner Ton kann Musik sein. Wenn eine Saite auf dem Cello ins Schwingen gerät, kann das Schwingen durch langes Streichen in all seinen Dimensionen lebendig werden.

Das Cellospielen kann zu einem sehr sinnlichen Erlebnis werden, das viel Freude macht. Dabei empfinde ich es oft so, dass das Erzeugen des Tons kein Machen ist, sondern mehr ein Zulassen und Durchlässig-Sein. Die Bewegung des Bogens setzt sich in eine hör- und spürbare Schwingung um, die in ihrer Weise schon tief persönlich klingt – so, wie sich jeder Händedruck etwas anders anfühlt und wie sich ein Fußabdruck von allen anderen unterscheidet. Wenn ich möchte, kann ich Klang gestalten: mit Emotion, mit Willen, mit einer Aussage. Ich kann Klang gestalten und – wenn sie denn entstehen wollen – auch Töne und Melodien.

Meine Art zu unterrichten ist stark von einem Erlebnis geprägt, das ich als Schülerin während eines Instrumentalkurses hatte: Ein junger Mann von 18 Jahren spielte die Schostakowitsch-Sonate auf dem Violoncello. Sie erklang auf eine besonders ergreifende Weise, wie ich sie vorher nie gehört hatte. Zu meinem Erstaunen erfuhr ich, dass er nie Cello-Unterricht gehabt hatte. Lediglich das Spielen der Crotta (eine Art keltischer Leier, die gestrichen wird) hatte er erlernt. Dennoch war es ihm gelungen, Bewegungsabläufe zu finden, die es ihm erlaubten, seine Klangvorstellungen genauso umzusetzen, wie es für ihn richtig war. Dieses Erlebnis ließ in mir die Überzeugung wachsen, dass das Finden der eigenen Stimmigkeit beim Cellospielen das Wichtigste ist. So, wie jeder Mensch seine ganz eigene Art hat, sich zu bewegen und mit den Dingen umzugehen. Mein Impuls ist, dies – immer wieder neu – für mich selbst zu finden und beim Unterricht diesen Weg auch mit meinen SchülerInnen zu gehen – im Vertrauen darauf, dass jede Entwicklung ihre eigene Zeit hat.

Unterstützung für das Gehen dieses gemeinsamen Weges finde ich in der Auseinandersetzung mit anderen Kulturen, in der Beschäftigung mit den unterschiedlichen Lebensphasen, in der Körperarbeit (Yoga, Feldenkrais, Laufen) und immer wieder in der Stille und in der Begegnung mit der Natur.